Vincent Alexandre Costeau
Vincent Alexandre Costeau (voller Name und Titel Vincent Alexandre Costeau de Fontainebleu, zweiter Vicomte von Portfranc) ist ein montverdischer Straßenmusiker, Entdecker und zweiter Sohn von Alexandre Jacques Costeau, Marquis de Portfranc.
Familiärer Hintergrund
Vincent Alexandre Costeau wurde als zweiter Sohn von Alexandre Jacques Costeau, dem Marquis de Portfranc und seiner Frau Claire Marie Costeau geboren. Vincent's Vater, Alexandre, hatte sich durch seine taktische Begabtheit im Hof des montverdischen Königs hervorgetan und nach fünfzehnjährigem Dienst im Jahr 15 des Winters die Markgrafschaft Portfranc zugesprochen bekommen. Da die Wirtschaft der Markgrafschaft größtenteils aus Handel und Schiffsfahrt bestand, war der Wohlstand der Region während des « Langen Winters » und der damit einhergehenden Winterstürme drastisch gesunken. Als Folge dessen lebte die Familie die ersten Jahre in einfachen Verhältnissen in einem Stadthaus in Portfranc.
Mit der Geburt des ersten Sohnes Guillaume ging ein wirtschaftlicher Aufschwung einher. Geologische Untersuchungen hatten in der Region um Portfranc ein ergiebiges Eisenerzvorkommen gefunden, welches nach dem Errichten einer Mine die lokale Wirtschaft ankurbelte. Der daraus folgende Anstieg des Wohlstands erlaubte es der Familie Costeau erstmals das Chateau de la Mer als Herrenhaus des Marquis de Portfranc wiederherzustellen und die in die Jahre gekommenen Strukturen zu renovieren.
Zwei Jahre nach dem Umzug in das Chateau de la Mer wurde dort Vincent als zweites Kind der Familie geboren.
Weitere vier Jahre später, im ersten Frühlingsjahr, wurde das jüngste Kind, Anne-Louise geboren.
Kindheit und Jugend
Die Kindheit auf dem Chateau de la Mer erwies sich für Vincent als einsam. Kontakt zu anderen Kindern gleichen Alters war selten, lediglich sein Bruder Guillaume und die Kinder der Bediensteten leisteten ihm Gesellschaft. Portfranc, als kleiner Hafenort, besaß zu diesem Zeitpunkt keine Schulen, wodurch Vincent und sein Bruder Guillaume Privatunterricht des, von ihrem Vater angestellten, Geologen Francois Soulzon bekamen. Soulzons Ansatz die Geologie als Grundstein eines ganzheitlichen Systems der Ökologie zu betrachten, fiel besonders bei Vincent auf fruchtbaren Boden. Dieser stellte schon früh durch auf eigene Faust geplante geologische und ökologische Erkundungstouren eine starke Bindung zu einer ganzheitlichen Betrachtung der Umwelt her.
Zusätzlich zu seiner ökologisch-geologischen Bildung erhielt Vincent auch Musikunterricht an der Geige und am Akkordion, sowie
Nach dem Ende des Winters, während des fortschreitenden Frühlings, häuften sich auch seine Besuche an den Hafen von Portfranc, wo sich Seeleute Geschichten über ferne Länder erzählten. Im Laufe seiner Jugend wuchs in Vincent der Entdeckerdrang, begünstigt durch seine relative Isolation auf Chateau de la Mer. Vincent begann sich für Schiffsbau und das Meer zu interessieren, wobei besonders ein Treffen im Jahr 10 des Frühlings von besonderer Bedeutung zu sein schien. In diesem Jahr ankerte die « Hellhound » mit dem Entdecker Charles Ovgagner vor Portfranc. Die Geschichten von Ovgagner weckten in Vincent das Bedürfnis selber auf Entdeckerreise zu gehen.
Ausbildung
Vincents Vater, Alexandre, hatte für die Ambitionen seines Sohnes wenig übrig. Als zweiter Sohn, sollte er dazu ausgebildet werden die Geschäfte der Jahre zuvor entdeckten Eisenmine zu leiten, während sein Bruder Guillaume zum Vicomte von Portfranc ernannt wurde. Vincent wurde zum zweiten Vicomte ernannt.
Als Teil seiner Ausbildung arbeitete Vincent zusammen mit seinem ehemaligen Lehrer Francois Soulzon erfolgreich am Ausbau der lokalen Eisenmine, was den Wohlstand in der Region weiter steigerte. Der Entdeckertraum von Vincent jedoch drängte sich immer wieder in den Vordergrund, was auch Soulzon bemerkte. Zusammen mit Soulzon überzeugte Vincent den Marquis davon eine Reise zu finanzieren um neue Handelswege zwischen Portfranc und den Kul'tharas Islands zu etablieren.
Aufenthalt auf den Kul'tharas Islands (3S bis 13S)
Im dritten Jahr des Sommers heuerten Soulzon und Costeau die 35 Mann starke Crew der « Francisco » im Hafen von Portfranc an. Teil der Besatzung waren unter anderem der Kapitän Hernando Gonzalo und der erfahrene Navigator James A. Goodseed. Das Schiff brach am Morgen des Tages 1224 unter drei Salutschüssen in Richtung Kul'tharas Islands auf.
Aufbruch und Entdeckung der Île de Sablanc
Am 22. Tag der Reise entdeckte Goodseed als Erster am Horizont die dunklen Wolken der Isla de Badora. Entgegen der üblichen Route, empfahl Goodseed dem Kapitän Gonzalo die Insel südlich zu umrunden, was die Umrundung auf dem Weg nach Atapian theoretisch um einen Tag verkürzen würde. Dieser willigte ein und korrigierte den Kurs dementsprechend.

Einige Stunden später sichtete Goodseed daraufhin eine kleine Insel, welche nicht auf der Seekarte verzeichnet war. Entgegen den Warnungen von Kapitän Gonzalo, befahl Costeau das Ankern vor der Insel. Gegen frühen Nachmittag setzten Costeau, Soulzon und Goodseed im Beisein zweier bewaffneter Matrosen in einem Beiboot auf die Insel über. Auf der Insel angekommen waren die Männer von den weiten Sandstränden so angetan, dass Costeau die Insel « Île de Sablanc » (Weißstrandinsel) nannte, was Goodseed in seine Seekarte übernahm. Die im Landesinneren aufragenden Riesenbäume des Dschungels weckten das Interesse von Costeau, woraufhin dieser ins Landesinnere verschwand. Nach einigen Warnungen und Bitten umzukehren, folgten ein Großteil der restlichen Gruppe Costeau ins Landesinnere, Goodseed hingegen blieb am Strand in der Nähe des Beibootes.
Nach wenigen Minuten fanden die restlichen Männer Costeau in einer Lichtung sitzend vor. Dieser hatte gerade begonnen eine Zeichnung der Umgebung anzufertigen und die lokale Flora zu klassifizieren. Spätere Aussagen von Soulzon und Costeau unterscheiden sich grundlegend darin was daraufhin passiert ist. Laut Soulzon versuchten die Männer Costeau davon zu überzeugen zum Strand zurückzukehren, waren jedoch erfolglos. Costeau behauptet die Männer seien kurz nach ihrer Ankunft auf der Lichtung angegriffen worden, ohne mit ihm gesprochen zu haben. Beide sind sich einig darin, dass der Matrose Gerard Lefermier als Erster aus dem Dschungel tödlich von einem Pfeil getroffen wurde. Der zweite Matrose, Renard Dubois wurde von einem weiteren Pfeil in die Brust getroffen. Laut Soulzon lag Costeau zu diesem Zeitpunkt reglos auf dem Waldboden, woraufhin Dubois und Soulzon, in dem Glauben Costeau sei ebenfalls tot, in Richtung Strand flüchteten. Dort fanden sie Goodseed ebenfalls von einem Pfeil getroffen im Beiboot liegend, und ruderten zurück zur « Francisco ». An Bord erlagen Goodseed und Dubois wenig später dem Gift, in das die Pfeile getränkt waren.
Laut Costeau waren Soulzon und Dubois nach dem Tod von Lefermier auf eigene Faust zurück zum Strand geflüchtet und hatten den - zu diesem Zeitpunkt durch einen Betäubungspfeil bewegungsunfähigen Costeau - wissentlich zurückgelassen. Nach der Flucht der beiden Männer betraten laut Costeau mehrere aufrechtstehende Kreaturen mit schuppiger Haut und Schlangenköpfen die Lichtung. Sie sollen Blasrohre und gekurvte Schwerter bei sich getragen und sich Costeau und der Leiche von Lefermier genähert haben.
Maurice

Nachdem das Schlangenvolk die Lichtung betreten hatte, soll eine weitere, etwa anderthalb Meter hohe Kreatur mit dem Körper eines Bären und dem Kopf eines Kapuzineraffens die Lichtung betreten und das Schlangenvolk mithilfe eines Schreis in die Flucht geschlagen haben. Der Tapiff habe daraufhin Costeau an seinem Bein zurück an den Strand gezogen. Nach der Wiedererlangung des Gefühls in seinen Beinen hat Costeau laut eigenen Aussagen damit begonnen ein kleines Lager am Strand zu errichten. Die « Francisco » hatte ihre Fahrt zu diesem Zeitpunkt schon fortgesetzt.
Nach einer Nacht am Strand kehrte der Tapiff - nun wieder in seiner regulären Form als Kapuzineraffe - an den Strand zu Costeau zurück um diesem einige Früchte zu bringen. Mehrere Tage lang versorgte der Tapiff so Costeau, woraufhin dieser ihm den Namen Maurice gab. Maurice und Costeau erkundeten in den folgenden Tagen die Gegend um den Strand herum und erweiterten das Nachtlager mithilfe von Treibholz.
Am fünften Tag sah Costeau beim Lagerfeuerbau ein Schiff am Horizont. Mithilfe des Rauchs machte er die Besatzung des Schiffs auf seine Position aufmerksam. Wenig später gelang er an Bord des Piratenschiffes « Säbel » unter Befehl von Kapitänin Sheba, welches zu diesem Zeitpunkt auf dem Weg nach Macaw Island war. Auf dem Schiff entdeckte Costeau, dass Maurice ihm dorthin gefolgt war.
Straßenmusiker auf Macaw Island
Nach der Ankuft auf Macaw Island schlug sich Costeau mithilfe von Gelegenheitsjobs bei verschiedenen Wirten der Stadt durch. Nachdem er eines Abends in einer Bar eine kaputte Geige fand, begann Costeau diese über die nächsten Wochen zu reparieren. Als Straßenmusiker hatte er - zusammen mit seinem Begleiter Maurice - auf Anhieb Erfolg. Die Kombination aus Costeau und Maurice kam bei den Freibeutern von Macaw Island so gut an, dass sich die Attraktion in Nähe des Hafens zu einer der beliebtesten in ganz Macaw Island entwickelte. Mehrere Wirte heuerten Costeau an um bei sich in den Kneipen aufzutreten, ein kleines Vermögen häufte sich an. Über die nächsten Jahre erlangte Costeau einen Ruf als begabter Musiker und Entertainer, sein Begleiter Maurice wurde durch seine dazu improvisierten Tanzeinlagen berühmt und erhielt in Freibeuterkreisen den Titel « Der unglaubliche Maurice ».
Im Gegensatz zur generellen Bevölkerung nahmen der Affenrat und seine Berater Costeau und Maurice mehr und mehr als Dorn in ihrer Seite wahr. Die Infantilisierung des Affentums durch Maurice und die Reduktion auf eine lustige Tanznummer wurden von einigen Beratern als Gefahr für die Legitimität der Herrschaft des Affenrates gesehen. Im Jahr 8 des Sommers, fünf Jahre nachdem Costeau und Maurice erstmals Macaw Island betreten hatten, wurden beide das Ziel eines Mordanschlags. Maurice konnte beide durch das Verwandeln in einen Bärenaffen schützen und den Angreifer töten, jedoch wurde Vincents Geige während des Angriffs zerstört. Der Verlust seiner Geige, sowie die öffentliche Brandmarkung von Costeau als unerwünscht setzten der Karriere des Duos ein jähes Ende. Folglich musste Costeau wiederum Gelegenheitsjobs als Hafenarbeiter annehmen und Maurice im Geheimen versteckt halten. Über die nächsten Jahre folgte der soziale Abstieg. Geldprobleme plagten das Duo, die Gesundheit von Costeau verschlechterte sich. Schließlich bekam Costeau von einer alten Freundin, der Kapitänin Aipajawa, ein Angebot als Schiffsmusiker auf dem Walfangschiff « Diamond ».
Zweite Entdeckungsreise (13S bis heute)
Im Jahr 13 des Sommers heuerte Costeau zusammen mit Maurice auf der « Diamond » als Schiffsmusiker an. Unter der Leitung der Kapitänin Aipajawa verließ er Macaw Island das erste Mal seit zehn Jahren.